Herstellung und Vorfertigung

Nagelplattenbinder: maßgenau geplant, kontrolliert gefertigt

Nagelplattenbinder sind keine Standardprodukte von der Stange. Die Tragwerke werden für das jeweilige Bauvorhaben geplant und gefertigt – passend zur Gebäudeform, zur gewünschten Nutzung und zu den statischen Anforderungen.

Die Planungsdaten bilden die Grundlage für die Fertigung der einzelnen Binder, die genau auf das Anforderungsprofil abgestimmt sind. Die Konstruktion wird exakt berechnet - heute in der Regel mit einer Bemessungssoftware -  und geprüft. Anschließend wird der komplette Satz an Nagelplattenbindern auf Holzbearbeitungsmaschinen automatisiert hergestellt. So entstehen tragfähige Bauteile, die in Form, Abmessung und Belastbarkeit zum Projekt passen.

Ein wesentlicher Vorteil der Nagelplattenbauweise liegt in der industriellen Vorfertigung. Die Produktion erfolgt in geschlossenen Werkshallen und ist damit unabhängig von Witterungseinflüssen. Zuschnitt, Vorbereitung und Einpressen der Nagelplatten finden unter kontrollierten Bedingungen statt. Das sorgt für planbare Abläufe, gleichbleibende Qualität und hohe Maßgenauigkeit. Die Binder werden auftragsspezifisch gefertigt und montagebereit und just-in-time zur Baustelle geliefert .

Für Nagelplattenbinder von GIN-Mitgliedsunternehmen werden ausschließlich sortierte, technisch getrocknete Hölzer verarbeitet. In speziellen Trockenkammern wird das Holz auf eine Holzfeuchte unter 20 Prozent getrocknet. Die technische Trocknung reduziert das Schwinden und Verwinden der Hölzer und unterstützt damit die sichere Verankerung der Nagelplatten an den Knotenpunkten. Zugleich sorgt die geringe Feuchte dafür, dass Schädlinge und Schimmelsporen keinen geeigneten Nährboden finden. 

Wir als GIN setzen uns für einen generellen Verzicht auf chemische Holzschutzmittel im Tragwerksbau ein. Unsere Mitgliedsunternehmen verarbeiten daher ausschließlich sortierte und technisch getrocknete Hölzer.

Nach Planung und Berechnung werden die Holzbauteile exakt maßhaltig maschinell zugeschnitten. An den vorgesehenen Knotenpunkten werden die Nagelplatten mit hohem Druck in das Holz eingepresst. Aus einzelnen Holzstäben entsteht so ein tragfähiger Binder. Die Anforderungen an diesen Prozess sind klar geregelt. Die RAL-Güte- und Prüfbestimmungen enthalten Vorgaben unter anderem zu Werkstattzeichnungen, Zuschnitt, Binderpressen, Lagerung und Transport.

Herstellung und Vorfertigung enden nicht mit dem fertigen Binder. Auch Kontrolle, Kennzeichnung, Lagerung, Transport und Lieferung gehören zum Prozess. Bei unserem Mitgliedsunternehmen gehört die werkseigene Produktionskontrolle dazu. Sie begleitet die Herstellung und dokumentiert, dass Material und Ausführung den Anforderungen entsprechen.

Durch die auftragsspezifische Fertigung und Just-in-time-Lieferung kommen die Binder montagebereit auf die Baustelle, wenn gewünscht inklusive der Dachlatten und des Verlegeplans sowie den passenden Verbindungsmitteln, wie Bolzenschrauben, Nägeln und metallischen Windrispenbändern. Das reduziert den Aufwand vor Ort, unterstützt einen zügigen Bauablauf und sorgt dafür, dass Planung, Fertigung und Montage ineinandergreifen. Schlussendlich reduzieren die optimierten Abläufe den Zeitaufwand und die Baukosten.

Gut zu wissen

Nagelplattenbinder dürfen nur von Betrieben hergestellt werden, die zertifiziert sind und einer regelmäßigen Güteüberwachung unterliegen. Hierzu hat die Gütegemeinschaft Nagelplattenprodukte e.V. (GIN) ein eigenes System der Qualitäts- und Gütesicherung (RAL-GZ 601, Teil 1: Herstellung; Teil 2: Montage) entwickelt und installiert.