Wie funktionieren Nagelplatten?

Holzverbindungsmittel für sichere Tragwerkskonstruktionen

Nagelplatten sind ein zentrales Element der Nagelplattenbauweise. Die Holzverbindungsmittel, machen es möglich, Holz präzise, dauerhaft und statisch berechenbar zu leistungsfähigen Tragwerken zu verbinden. Aus den industriell vorgefertigten Nagelplattenbindern entstehen Dachtragwerke, Decken-, Wand- oder auch Schalungskonstruktionen.

Beidseitig eingepresst für sichere Verbindungen

Eine Nagelplatte besteht aus Stahlblech, aus dem viele kleine Nägel herausgeformt sind. Diese Nägel können zwischen 12 und 22 mm lang sein und stehen schräg im Winkel von 92 Grad auf der Platte. Die gesamte Nagelplatte wird dort, wo Holzgurte und Holzfüllstäbe aneinander treffen, also an den sogenannten Knotenpunkten, maschinell mit hohem Druck in die Hölzer eingepresst. Sie verankern sich dort dauerhaft, die Verbindung wäre nur mit großem Aufwand wieder zu lösen. So entsteht aus mehreren einzelnen Hölzern ein tragfähiger Binder.

  • Nagelplatten eingepresst an den Knotenpunkten von Holzgurten und Holzfüllstäben.
  • Nagelplatten sind Stahlbleche aus denen kleine Nägel herausgeformt sind.

Nagelplattenstege für offene Träger

Neben klassischen Nagelplatten kommen in bestimmten Deckensystemen auch Nagelplattenstege (je nach Hersteller PosiJoist oder OpenWebJoist genannt) zum Einsatz. Sie verbinden Ober- und Untergurt eines Parallelträgers und bilden eine offene, fachwerkartige Konstruktion aus Holz und Metall. Ein großer Vorteil liegt in den Zwischenräumen: Leitungen, Rohre und Kabel der technischen Gebäudeausrüstung können innerhalb der Konstruktion geführt werden. Das macht Decken und Flachdächer besonders installationsfreundlich und unterstützt eine früh planbare Leitungsführung.

Auf die Statik abgestimmt

Es gibt Nagelplatten in unterschiedlichen Formaten und mit unterschiedlich vielen Nägeln, die zwischen 12 und 22 mm lang sind. Welche Platte an welchem Knotenpunkt eingesetzt wird, hängt von der Konstruktion und den dort auftretenden Kräften ab. Größe, Lage und Anzahl der Nagelplatten werden deshalb im Rahmen der statischen Bemessung festgelegt. So wird jeder Knotenpunkt passend zur jeweiligen Aufgabe geplant: Die Verbindung muss Zug-, Druck- und Schubkräfte aufnehmen und in das Tragwerk weiterleiten können. Aus vielen einzelnen Verbindungen entsteht so ein berechnetes, belastbares Gesamtsystem.

Für unterschiedliche Anforderungen

Meist bestehen Nagelplatten aus verzinktem Stahl. Für besondere Einsatzbereiche, etwa in korrosiv wirkender Umgebung, können sie auch aus rostfreiem Edelstahl hergestellt werden. Das ist zum Beispiel im landwirtschaftlichen Bau relevant, wenn Stallluft und Feuchtigkeit besondere Anforderungen an die Verbindungsmittel stellen.

Hersteller von Nagelplatten und Nagelplattenstegen sind im GIN ebenso vertreten wie Hersteller von Nagelplattenbindern. Auch ihre Interessen vertreten wir im Rahmen unserer Verbandsarbeit.